Timo Elmpt-Habel, unser neuer Schulpate für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Einleitend einige Worte unserer Didaktischen Leiterin, Georgia Kotsialou, an die Schulgemeinde und Timo Elmpt-Habel.

Liebe Schulgemeinde,

wie sicherlich alle – oder zumindest die Mehrheit – weiß, sind wir im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aktiv dabei.

Alle „Schule-ohne-Rassismus, Schule-mit-Courage“-Schulen haben einen Schulpaten oder eine Schulpatin. Unsere Patenschaft hatte bislang der Jugendrat Düsseldorf inne. Da dieser jedoch alle drei Jahre neu gewählt wird, wissen viele Jugendratsmitglieder gar nicht, dass sie unsere Paten sind. Deshalb suchten wir im letzten Jahr nach einer Person, die unsere Schule dauerhaft als Pate nach außen bei den Projekten betreut, die sich mit Themen rund um Rassismus, Diskriminierung und anti-demokratischem Verhalten beschäftigen.

Tatsächlich mussten wir nicht lange suchen, denn sowohl bei den Lehrkräften als auch bei der Schülerschaft ist die Wertschätzung für den Künstler Timo Elmpt-Habel groß. Timo Elmpt-Habel hat unsere Schule in den letzten Jahren bei zahlreichen Projekten unterstützt und wird immer wieder angefragt. Dabei ist ihm immer der Diskurs zwischen den Teilnehmenden vor, während und auch nach dem Projekt wichtig.

Timo Elmpt-Habel gehört inzwischen zu unserer Schulgemeinde und prägt diese ausgesprochen positiv. Er zeigt, dass durch künstlerische Ausgestaltung bleibende Werte geschaffen werden, die zum Nachdenken anregen oder das Leben an sich verschönern. Dadurch, dass er eine hohe Akzeptanz bei unseren Schülerinnen und Schülern hat, ist er der ideale „Patenonkel“. Wir freuen uns, wenn er kommt und noch mehr freuen wir uns, wenn er mit uns etwas unternimmt und uns auch nach außen repräsentiert. Wir sind uns sicher, dass er langfristig viel Aufmerksamkeit erhalten wird und freuen uns umso mehr, dass er uns seine Aufmerksamkeit jetzt schon schenkt.

Wichtig ist uns auch immer die Fragestellung: Was würde Dieter Forte zum neuen Paten sagen? Wir glauben, er wäre sehr zufrieden mit unserer Wahl, die das Augenmerk auf eine wichtige Düsseldorfer Persönlichkeit lenkt, welche es verdient, mehr Gehör zu erhalten.

Auf weitere gute Jahre des gemeinsamen Wirkens, lieber Timo!

Georgia Kotsialou

Im Gespräch: Timo Elmpt-Habel und Ria Gubitz

Was hat Sie persönlich dazu bewogen, die Patenschaft für „SoR – SmC“ zu übernehmen?

Ich fühle mich sehr geehrt und wertgeschätzt. Es ist sehr wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten. Man fühlt sich sehr oft machtlos und dies ist ein kleiner Beitrag, um aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen.

Hatten Sie in Ihrem eigenen Leben Erfahrungen von Rassismus oder Diskriminierungen?

Aufgrund von Hautproblemen und Problemen mit meiner Hand war ich sehr lange Mobbingopfer und wurde diskriminiert. Es ist kein schönes Gefühl und sehr verletzend, aufgrund von Äußerlichkeiten diskriminiert zu werden.

Antisemitismus sowie andere Ausgrenzungen aufgrund der Herkunft oder Religionszugehörigkeit nehme ich wahr und halte es für bedeutend, Menschen zu sensibilisieren und dies nicht hinzunehmen. Dazu gehören auch Ausgrenzungen aufgrund der Sexualitiät.

Warum ist Ihnen das Thema heute besonders wichtig?

Rassismus zu erkennen, ist ein steter Lernprozess und erfordert sehr viel Selbstreflexion, um auch eigene Muster zu durchbrechen. Rassismus und Diskriminierung sind ständig präsent in unserer Gesellschaft.
Ich selbst führe auch Anti-Diskriminierungs-Workshops durch, um jungen Menschen – auch aus anderen Ländern – aufzuzeigen, dass es sehr viele Missverständnisse und falsche Interpretationen in Bezug auf Sexismus gibt. Auch Homophobie ist ein weitverbreitetes Phänomen und kann nicht die Antwort sein.

Was bedeutet es Ihrer Meinung nach für eine Schule, Teil des Netzwerkes zu sein?

Es ist wichtig, dass es das Projekt „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ gibt. Dadurch setzen sich Schülerinnen und Lehrerinnen bewusster mit der Thematik auseinander. Es ist ein Weg hin zu mehr Akzeptanz von Vielfalt und Individualität.

Was würden Sie sagen ist der wichtigste erste Schritt, um Courage im Schulleben zu leben?

Lehrer*innen sind in ihrer Vorbildfunktion enorm wichtig. Sie geben wichtige Grundsätze des Miteinanders vor. Das Thema „Courage zeigen“ sollte attraktiv gestaltet und Gruppendynamiken genutzt werden. Es sollte Gruppen in der Schule geben, die zeigen, dass es cool ist, Courage zu zeigen.

Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Schulen bei der Bekämpfung von Rassismus/Diskriminierung in unserer Gesellschaft?

Die Schule ist von enormer Bedeutung. Sie bereitet den Weg für die spätere gesellschaftliche Teilhabe. Nichts prägt uns so sehr wie die Schulzeit. Nach der Schule gehen alle verschiedene Wege und beschäftigen sich mit anderen Themen. Sie tragen das, was sie in der Schule gelernt haben in sich und können soziale Regeln weitertragen.
Daher sind Aufklärungsarbeit und das Vorleben positiven sozialen Miteinanders enorm wichtig.

Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Deutschland? Erleben wir mehr Mut gegen Rassismus oder eher Rückschritte?

In Deutschland und in der ganzen Welt sind leider rechte Tendenzen und rassistische Diskriminierungen stärker geworden. Es gibt aber dennoch gesellschaftliche Gruppen und Initiativen, die sich die Wahrung von Vielfalt und Gleichberechtigung „auf die Fahne geschrieben“ haben.

Welche Verantwortung tragen öffentliche Persönlichkeiten wie Sie in diesem Kontext?

Öffentliche Personen dürfen nicht wegschauen, sondern sind gefordert, sich ständig auseinanderzusetzen und ihren Einfluss geltend zu machen.

Was können junge Menschen tun, wenn sie Zeugen von Rassismus/Diskriminierung werden?

Sie sollten nicht wegschauen, sondern sich einsetzen für Menschen, die diskriminierend behandelt werden.

Haben Sie ein persönliches Motto/Botschaft, die Sie den SuS mitgeben möchten?

Das Motto könnte sein: Schau hin und werde aktiv!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes an dieser Schule?

Ich wünsche mir, dass das Projekt ganz viele Mitstreiter und Mitstreiterinnen findet. Mit Kunst kann man vieles erreichen, Grenzen aufsprengen, die verhärtet sind. Ich könnte mir kunsttherapeutische Arbeiten in Klassen und Jahrgängen sowie Workshops vorstellen, um Sensibilität und Bewusstheit zu schaffen.

Zur Person

Timo-Elmpt Habel ist bildender Künstler und arbeitet interdisziplinär mit Jugendlichen und anderen Künstlern.

Inklusion, künstlerische Bildung und gesellschaftliche Sensibilisierung sind Bestandteile seiner Workshops. So gab und gibt es Zusammenarbeiten mit Verbunt e.V, Akki, RheinFlanke e.V, kohleG sowie verschiedenen Jugendzentren und Kulturorten in Düsseldorf.

Nachfolgend ein Beispiel zu einem Schulprojekt zu dem Thema Hannah Arendt. Hier wurde zu den Themen Sexismus und Antisemitismus mit verschiedenen Collage-Techniken gearbeitet.

„Der Tod der menschlichen Empathie ist eines der frühsten und deutlichsten Zeichen dafür, dass eine Kultur gerade in die Barbarei verfällt.“
Hannah Arendt

Hannah Arendt (* 14. Oktober 1906 in Linden, Hannover; † 4. Dezember 1975 in New York City) war eine jüdische deutsch-amerikanische politische Theoretikerin und Publizistin.

Mehr Informationen über Hannah Arendt unter https://www.lpb-bw.de/hannah-arendt-frau-im-fokus.

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